Gier und Hochmut und Geschichten von Energie

Das sind die beiden Begriffe, die mich in den letzten Tagen so beschäftigt haben.

Und nicht nur die Gier allgemein sondern besonders im Bereich derer, die sich in irgendeinerWeise mit Magie auseinandersetzen. Da entdecke ich doch neulich auf der Homepage eines alten Bekannten eine Veranstaltung. Ich schaue mich auf der verlinkten Seite um und entdecke eine Reihe von Vorträgen, Seminaren usw. Da wird dann interessanterweise keine Teilnehmergebühr erhoben sondern ein so genannter Energieausgleich in Form von Geld. Wie bitte? Ja, tatsächlich! Da kommt es nicht zum Geben und Nehmen von Energie sondern es wird Energie gegen kleine Metallscheiben bzw. bedrucktes Papier getauscht. Und vor allem in einer nicht unbeträchtlichen Höhe. Also das nenne ich mal die Pervertierung des Austauschens schlechthin, bzw. die scheinheilige Verbrämung von Geldgier unter dem Mantel des „Licht und Liebe Gedöns“. Puh, ich glaube mir wird gleich schlecht! Es spricht doch nichts dagegen, für eine erbrachte Leistung auch ein Entgelt zu fordern. Niemand kann von Luft und Liebe existieren, nicht in unserer heutigen Gesellschaft. Aber seine überzogenen Forderungen auch noch so zu bemänteln, das fällt bei mir einfach in die Kategorie Abzockermentalität. Und so werde ich mich von Personen mit dieser Handlungsweise konsequent fernhalten. Nicht das von der „Gierenergie“ noch etwas zu mir rüberschwappt.

Und zum Thema Hochmut bin ich in den letzten Tagen gleich über mehrere Dinge gestolpert. Offensichtlich sind viele Personen, die sich mit „Magie“ beschäftigen der Meinung, daß nur das vollkomme richtig ist, was sie tun. Besonders fällt mir das immer an alten Kultplätzen und heiligen Orten auf. Da wird dann eine „unpassende Energie“ festgestellt und dr Ort muß auf Biegen und Brechen gereinigt, geheilt, neutralisiert, wasauchimmer werden. ARGH! Wieso kann man nicht einfach die Schwingungen des Ortes so hinnehmen, wie sie einem angeboten werden? Wieso muß da rumgebastelt werden? Ob es nun darum geht, bunte Flatterbänder an uralten Bäumen zu befestigen, die sich dann schmerzhaft in die Rinde einwachsen oder „gesegnete“ Steine zu vergraben, die mit dem Ursprung des Ortes nichts zu tun haben – die Absicht dieser Personen ist stets die selbe: sie wollen unbedingt Ihren magischen Stempel hinterlassen und maßen sich an, etwas umbiegen zu wollen was schon lange vor ihnen existiert hat.

Man stelle sich mal einen beliebten Kultplatz vor, der von verschiedenen Gruppen aufgesucht wird, die auch noch gegenteiliger Auffassung sind. Jede Gruppe erspürt die „schlechten Schwingungen“, die die Vorgänger hinterlassen haben. Sie wickeln Bänder, buddeln Steine ein, werfen mit „Reinigungsritualen“ um sich……Was passiert dann mit einem solchen Ort? Geht die ursprüngliche Magie des Ortes verloren? Entsteht Durcheinander? Wird es dem „Genius Loci“ irgendwann zu viel und die ganze Spannung entlädt sich auf ungesunde Weise? (Davon mal abgesehen, daß irgendwann an jeder Ecke etwas eingebuddelt und die Zweige komplett mit Bändchen bedeckt sind.)

Jeder Ort hat seine eigene und ganz persönliche Schwingung bzw. Magie. Warum sich nicht einfach darauf einlassen und erspüren ob diese Magie für mich gut oder schlecht ist? Ist sie gut dann kann ich bleiben, ist sie nichts für mich dann trete ich respektvoll den Rückzug an. Und das ohne Hinterlassenschaften jeglicher Art. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

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